5. – 13. Schuljahr

Zeitzeugenportale im Netz

Ausgewählte Internetadressen und Hinweise zur Nutzung

University of South California (USC): Shoah Foundation Institute for Visual History and Education
Dieses größte und bekannteste Zeitzeugenarchiv zur Vernichtung der europäischen Juden geht auf eine Initiative des Regisseurs Steven Spielberg zurück, die im Kontext der Dreharbeiten zu „Schindlers Liste entstand. Spielberg gründete die Survivors of the Shoah Visual History Foundation im Jahr 1994, um Videoaufzeichnungen von den Überlebenden und Zeugen des Holocaust zu sammeln.
Neben jüdischen Überlebenden berücksichtigte das Projekt aber auch die Erinnerungen anderer Gruppen, wie z.B. überlebende Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Befreier und Zeugen der Befreiung, politische Gefangene, Helfer und Retter, Roma und Sinti, Überlebende eugenischer Verfolgung und Kriegsgerichtsteilnehmer. Innerhalb weniger Jahre entstanden auf diese Art ca. 52.000 Videoaufzeichnungen in 32 Sprachen aus 56 Ländern.
Im Januar 2006 wurde die Survivors of the Shoah Visual History Foundation Teil des Dana and David Dornsife College of Letters, Arts and Sciences der University of Southern California in Los Angeles. Die Namensänderung zu USC Shoah Foundation Institute for Visual History and Education drückt den erweiterten Auftrag des Instituts aus: die Beseitigung von Vorurteilen, Intoleranz und Bigotterie sowie der durch sie verursachten Leiden durch den pädagogischen Einsatz der visuellen Aufzeichnungen. Das Institut richtet sich an Erzieher, Schüler, Studenten, Forscher und Gelehrte auf allen Kontinenten. Es unterstützt auch die Sammlung von Aussagen der Überlebenden und Zeugen anderer Völkermorde.
Um den Vollzugang zu allen Interviews im Archiv der USC Shoah Foundation zu erhalten, muss man sich zu einem sogenannten Access-Point begeben (z. B. an die Freie Universität Berlin). Mit dem Online Testimony Catalogue sind jedoch inzwischen ca. 3.000 Interviews der Shoah Foundation über die englischsprachige Suchplattform direkt zugänglich. Die Interviews sind sowohl biografisch katalogisiert als auch vielfältig verschlagwortet. Mit ihnen kann einerseits primär biografisch, andererseits aber auch primär thematisch gearbeitet werden. So können Schülerinnen und Schüler zu einzelnen Themen (z. B. Verfolgung an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten) verschiedene Interviews ermitteln und miteinander vergleichen.
Für Deutschland werden im Rahmen des Projektes „Zeugen der Shoah von der Freien Universität Berlin basierend auf den Interviews Bildungsmaterialien entwickelt. Die von Sigrid Abenhausen u. a. herausgegebene Broschüre „Zeugen der Shoah. Die didaktische und wissenschaftliche Arbeit mit Video-Interviews der USC Shoah Foundation Institute (Berlin 2012) gibt einen guten Überblick über die Entstehung, die Spezifik und das didaktische Potenzial der Plattform.
Eine Transkriptionsplattform bietet freien Zugang und eine Volltextsuche über die Transkripte der 900 deutschsprachigen und 50 ausgewählten anderssprachigen Interviews der Shoah Foundation (http://transcripts.vha.fu-berlin.de).
Darüber hinaus ist die Lernsoftware „Zeugen der Shoah. Fliehen Überleben Widerstehen Weiterleben(2012) entstanden, die sich bereits im 90-minütigen Doppelstunden-Format gut verwenden lässt. Sie enthält auf insgesamt vier DVDs jeweils drei ca. 30-minütige Ausschnitte aus 12 Interviews. Didaktisch-methodische Anregungen zur Arbeit mit der DVD-Reihe vermittelt die gleichnamige, von der Bundeszentrale für politische Bildung und von der Freien Universität Berlin herausgegebene Begleitbroschüre. Sie wird inzwischen als PDF frei zum Download angeboten (http://www.zeugendershoah.de/dvd-reihe/Begleitheft-DVD_ZdS.pdf).
Seit Januar 2018 macht die Online-Lernplattform „Zeugen der Shoah fünf Interviewfilme aus verschiedenen Interview-Archiven begleitet von Aufgabenstellungen und Kontextmaterialien für den Unterricht zugänglich.

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