5. – 13. Schuljahr

Methodenlexikon für den Geschichtsunterricht

Ein praktisches Nachschlagewerk für Methoden im weitesten Sinne

Haben Sie schon einmal eine Auktion im Geschichtsunterricht durchgeführt?
Wenn nicht, können Sie in Jelko Peters „Methodenlexikon nachschlagen, wie dieser Ansatz funktioniert. Und nicht nur das: Das Buch listet in alphabetischer Reihenfolge auf über 300 Seiten 128 Methoden speziell für das Fach Geschichte auf und erläutert diese. Eine solch umfassende Sammlung ist einzigartig.
Es gibt zwar eine Reihe von Werken, die Methoden und Arbeitstechniken mit Blick auf den Geschichtsunterricht unter bestimmten Gesichtspunkten thematisieren zum Beispiel innovative Methoden, Vorschläge für kooperatives Lernen oder Strategien für einzelne Unterrichtsphasen. Ein Kompendium wie das Methodenlexikon fehlte allerdings noch bis jetzt. Der Autor ist sich gleichwohl bewusst, dass sein Nachschlagewerk nicht vollständig sein kann und bittet bereits in der Einleitung um weitere Anregungen aus der Praxis.
Systematik und Aufbau
Peters, Fachleiter Geschichte Gymnasium/Gesamtschule und Lehrbeauftragter an der Universität Siegen, verwendet einen äußerst weit gefassten Methodenbegriff. Für ihn sind Methoden allgemein Verfahren und Vorgehensweisen zur Planung und Durchführung von Unterricht. Drei Arten unterscheidet der Autor:
1. methodische Arbeitsformen,
2. fachliche Arbeitsweisen und Methoden,
3. Ausübung und Reflexion von Handlungen aus der Vergangenheit.
Nicht in die Enzyklopädie aufgenommen sind mehr als zwei Schulstunden beanspruchende Makromethoden, individualisierender Unterricht wie Stationenlernen sowie außerschulisches Lernen.
Das Werk bietet unterschiedliche Möglichkeiten, einzelne Methoden zu finden. Neben dem alphabetischen Zugriff ist ein alternatives Erschließen über eine Zuordnung zu einzelnen Phasen des Unterrichtsprozesses möglich. Sucht man also nach Vorgehensweisen, z.B. für die Gestaltung einer Diskussion, so werden diese unter der passenden Rubrik übersichtlich aufgeführt. Ein Register ermöglicht schließlich das Finden von weiteren Hinweisen zu einzelnen Arbeitstechniken.
Die Artikel weisen meist Literaturhinweise auf, mit deren Hilfe ein weiteres Einarbeiten in die Materie möglich ist. Einigen Lexikoneinträgen sind Muster für Schülerarbeitsblätter beigefügt, die es einer Lehrkraft erleichtern, eine konkrete Vorlage für die eigene Lerngruppe zu erstellen. Eine rund zwanzigseitige leere Tabelle rundet das Werk ab und bietet die Möglichkeit, die eigenen Erfahrungen mit jeder Methode zu notieren.
Medien und Prozesse gestalten
Schlägt man das Buch auf, ist man zunächst verblüfft: Neben eindeutig methodischen Bezeichnungen wie Partnerinterview oder Lerntempoduett finden sich sehr medial klingende Überschriften, wie Comic, Litfaßsäule, Flugblatt oder Plakat. Erst beim genauen Lesen stellt sich heraus, dass es dabei um das Gestalten dieser Medien geht. Einzelne Einträge neigen schwerpunktmäßig zu einer Erklärung des Mediums. Das ist aber kein Nachteil für den Praktiker. Etwas übertrieben wirkt jedoch die „Methode Erstellung eines Arbeitsblatts, die sich selbst nach der sehr weit gefassten Definition des Autors nicht recht in die Systematik des Buches einordnen lässt.
Des Weiteren bietet der Band viele interessante Denkanstöße und kreative Vorschläge, Unterrichtsprozesse abwechslungsreich zu gestalten. Viele Einträge regen dazu an, etwas Neues auszuprobieren. Die Ideen reichen von einfachen, aber wirkungsvollen Tricks wie z.B. dem „Ampelspiel, um ein Meinungsbild in der Lerngruppe zu erheben , bis zu komplexeren Methoden wie dem Gruppenpuzzle oder einer Ausstellungskonzeption.
Wichtig sind Peters dabei immer Bezüge zur Lebenswelt der Jugendlichen. So verbindet er die Methode „Adresse z.B. eine Solidaritätsadresse verfassen gedanklich mit den Solidaritätsbekundungen nach dem Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo in Frankreich: Je suis Charlie. Unter den Methoden gibt es...

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