5. – 13. Schuljahr

Erfahrungsberichte über politisches Unrecht und Widerstand von 1945 bis 1989

Ein Beitrag zum historischen Gedächtnis des Landes Brandenburg

„Nach der Wiedervereinigung begann für mich ein zweites Leben. So beschreibt ein Zeitzeuge seine Situation nach der Friedlichen Revolution 1989. Er ist einer der 47 Interviewpartner, die auf dem Portal Erfahrungsberichte über politisches Unrecht und Widerstand von 1945 bis 1989 über ihr Leben und dem großen und kleinen Widerstehen in einem autoritären politischen System erzählen.
Es kommen Männer und Frauen zu Wort, die Verfolgung, Willkür und Unrecht in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR erlebten. Sie alle waren bereit, über ihr Leben zu sprechen, um das Geschehene vor dem Vergessen zu bewahren und jüngeren Menschen ihre Erfahrungen zugänglich zu machen.
Ein Beitrag zum Gedächtnis des Landes Brandenburg
Das Portal versteht sich als Teil des historischen Gedächtnisses des Bundeslandes Brandenburg. Es würdigt Menschen, in deren Leben durch das politische System in der DDR rigide eingegriffen wurde. Dies wirkt häufig bis heute nach, zum Beispiel durch gesundheitliche Folgeschäden oder soziale Benachteiligungen aufgrund verlorener Berufschancen.
Die Lebenserfahrung der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen soll junge Menschen motivieren, sich mit historischen Prozessen und Ereignissen auseinanderzusetzen. Die Erzählungen über Widerstandshandlungen und den Umgang mit Unrecht in der SBZ und DDR sollen junge Menschen zu ermutigen, sich auch im eigenen Lebensumfeld politisch zu engagieren.
Für wen kann das Zeitzeugenportal interessant sein?
Das Zeitzeugenportal richtet sich an alle, die mehr über die Menschen erfahren wollen, die in der Zeit von 1945 bis 1989 auf dem Gebiet des Landes Brandenburg Widerstand leisteten, politische Verfolgung erlitten und Unrecht oder Willkür der SED-Herrschaft erlebten. Als Material ist es für die historische Bildungsarbeit in Schulen und Universitäten ebenso vorgesehen wie für die journalistische Recherche.
Die ausführlichen Fassungen der Zeitzeugeninterviews können z.B. von Wissenschaftlern auf Anfrage eingesehen werden und technisch so archiviert, dass sie langfristig nutzbar sind.
Wie ist das Portal aufgebaut?
Das Portal gliedert sich in einen Zeitzeugen- und einen Themenbereich. Derzeit finden sich hier Erfahrungsberichte zu vier zeithistorischen Themen. Weitere Interviews und Themen kommen hinzu.
Das Portal ist leicht zu bedienen, da die Navigationsstruktur übersichtliche drei Zugänge zu den Inhalten bietet. Je nach Interesse, können die Nutzerinnen und Nutzer direkt zu den Interviews oder zu Themenbereichen gelangen. Zu jedem Zeitzeugen und jeder Zeitzeugin gibt es ein knapp 15 Minuten langes Interview, eine Transkription sowie eine Kurzbiographie und soweit vorhanden persönliche Bilder und Dokumente. Zudem wurde von jedem Zeitzeugen ein Zitat ausgewählt, das die persönliche Erfahrung besonders prägnant zum Ausdruck bringt ein sogenannter Lebensfazitsatz (siehe Abbildung 1).
Die Themenbereiche
Die Lebenserfahrungen der Männer und Frauen sind vier Themen zugeordnet:
  • Sowjetische Speziallager von 1945 bis 1950
  • Volksaufstand 1953
  • Grenzschließung 1961
  • Spezialheime der Jugendhilfe.
Zu jedem Themenbereich gibt es einen in die Zeitgeschichte einführenden Darstellungstext und Dokumente. So können sich die Nutzerinnen und Nutzer über die historischen Umstände der erzählten Lebenserfahrungen informieren. Über die Suchfunktion kann nach Zeiträumen, Namen, Orten oder Schlagwörtern recherchiert werden. In einem umfangreichen Glossar werden wichtige Begriffe mit historischem Bezug oder aus dem Alltagsleben erläutert.
Wie kann das Portal genutzt werden?
Das Zeitzeugenportal unterstützt die historische Bildungsarbeit dabei, jungen Menschen persönliche Lebenserfahrungen der Verfolgung und des Unrechts in einer Diktatur zu vermitteln und diese in den nötigen historischen Kontext zu stellen.
Ein Beispiel dafür ist das...

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