7. – 9. Schuljahr

Susanne Lucke

Streiche den Außenseiter

Eine Methode zur motivierenden Wiederholung historischer Kenntnisse

Die Methode „der Außenseiter ist als Prinzip keine neue Erfindung und als Unterrichtsmethode zum Beispiel in der Geographie durchaus etabliert. Sie eignet sich für einen wiederholenden Einstieg oder zur Wiederholung am Ende eines Quartals/Halbjahres besonders gut.
Didaktische Überlegungen
Mit der Außenseiter-Methode können in allen Anforderungsbereichen des Geschichtsunterrichts Merkstrukturen eingefordert und geschult werden: Fachsprache, Verstehen, Konstruktion von Geschichte oder Triftigkeitsanalyse  – je nach Bedarf lassen sich verschiedene Schwerpunkte setzen. Außenseiter werden in Reihen von Begriffen, Personen, Jahreszahlen, Orten oder anderen Fachbegriffen, die sich aufgrund von gemeinsamen Merkmalen oder Zusammenhängen klassifizieren lassen, eingefügt. Aufgabe der Schülerinnen und Schüler ist es dabei, den Außenseiter innerhalb einer solchen Verkettung zu ermitteln, zu streichen und diese Streichung zu begründen. Hierbei kommt es besonders auf die Argumentation an. Je nach Begründungszusammenhang sind nämlich in der Regel mehrere Außenseiter möglich.
Leicht lässt sich dieses Grundmuster ergänzen oder variieren. Zur Visualisierung von gemeinsamen Merkmalen und Zusammenhängen von Begriffen bieten sich Venn-Diagramme und Word-Webs an (vgl. Brüning/Saum 2007, S. 42 – 53). Die Außenseiter-Methode kann zudem gut mit kooperativen Partner- und Gruppenarbeiten verknüpft werden.
Über das dabei notwendige Begründen, Abstrahieren, Beurteilen und Transformieren findet ein vielschichtiges historisches Lernen statt. Übertragen, Vergleichen oder Abwägen fördern das Narrativieren, aktives Zuhören und sachorientiertes Argumentieren die kommunikative Kompetenz. Die Wiederholungsmethode Außenseiter ist somit in der Lage, zentrale Kompetenzen historischen Lernens zu schulen. Sie ermöglicht,
  • Ereignisse, Strukturen und Personen zeitlich und räumlich einzuordnen;
  • historische Gelenkstellen und Epochenmerkmale zu charakterisieren;
  • Kontinuitäten und Umbrüche im Zusammenhang darzustellen;
  • Verknüpfungen herzustellen und zu erklären.
Inhaltlich beziehen sich die folgenden Beispiele (Material 1) auf das 16. bis 21.Jahrhundert, sie sind gedacht für die Jahrgangsstufen sieben bis neun (Kernlehrplan Gymnasium Sek I NRW Geschichte).
Methodische Überlegungen
Das Material können Sie als Kopie an die Schülerinnen und Schüler verteilen, sodass diese den Außenseiter wegstreichen und auf dem Arbeitsblatt eine Begründung für ihre Streichung notieren. Einfacher ist es, wenn Sie die Reihen an der Tafel notieren und die Lernenden diese abschreiben und bearbeiten. Das Bestimmen der Außenseiter kann in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit erfolgen. Wichtig ist, dass sich die Schülerinnen und Schüler gemäß des kooperativen Lernens zunächst selbst mit dem Material auseinandersetzen (vgl. Brüning/Saum 2009, S. 16 – 18.), um dann im Austausch umfassende Argumentationen und Erläuterungen zu formulieren. In Form einer Lernzielkontrolle können die Außenseiter an die Lernenden herausgegeben werden. Eine Auswahl möglicher Lösungen und ergänzender Aufgabenstellungen stellt der Erwartungshorizont vor.
Aufgabenstellungen
Aufgabenstellungen
Für jede Außenseiter-Reihe geeignet:
1. Streiche den „Außenseiter (manchmal sind mehrere überzeugende Antworten möglich).
2. Begründe deine Streichung
➔ Diese Aufgabenstellung kann für jedes Außenseiter-Beispiel verwendet werden.
Ergänzende Aufgabenstellungen:
➔ Mögliche ergänzende und die jeweilige kommunikative Situation vertiefende Aufgabenstellungen können wie folgt lauten:
A Ersetze den von dir gestrichenen Außenseiter mit einem in die Reihe passenden Begriff.
B Erläutere den historischen Kontext, auf den sich die Gesamtreihe bezieht und erkläre dabei, wieso die vorgegebenen Einzelelemente in diesen Zusammenhang passen.
C Ergänze den Außenseiter mit zwei bis drei zu ihm passenden Größen...

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