7. – 8. Schuljahr

Dominik Brüning/Sandra Drumm/Eva-Marie Hahne/Sophia Hoffschlag

„Stadtluft macht frei bedeutet das Freiheit für alle?

Leseförderung zum Thema „Stadtleben im Mittelalter

Immer mehr junge Menschen zieht es in die großen Städte. Sie leben und arbeiten dort und nehmen die vielen Kultur- und Bildungsangebote wahr. Das führt dazu, dass die Städte boomen und kleinere Gemeinden und Dörfer unter dem Wegzug leiden. Doch wer glaubt, der Städteboom sei ein gänzlich modernes Phänomen, der irrt: Schon im Mittelalter erlebten die Städte in Mitteleuropa einen rasanten Bedeutungsgewinn.
Didaktische Überlegung
Aus diesem Grund sollte die Entwicklung der Stadt in ihrem Aufbau, ihrer Entstehung, ihrer Bevölkerung und den Rechten sowie Freiheiten, die sie bot, im Geschichtsunterricht behandelt werden. Das Thema „Stadtluft macht frei Freiheit für alle? ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, einen reflektierten Gegenwartsbezug herzustellen und trägt somit zur Entwicklung des Geschichtsbewusstseins bei. Des Weiteren bietet das Thema die Gelegenheit, Kompetenzen wie Analyse- und Sachurteilskompetenz weiterzuentwickeln. Voraussetzung dafür ist zunächst, dass die zu lesenden Texte im Unterricht verstanden werden, um höhere Denkoperationen wie Analysieren und Urteilen zu erreichen. Hier kann Leseförderung im Geschichtsunterricht sinnvoll sein.
Beim Lesen von Schulbuchtexten haben die Lernenden oft Schwierigkeiten bei der Erschließung des Textes, was bereits bei einzelnen Wörtern beginnt. Geschichtstexte zeichnen sich durch eine hohe Dichte an Fachtermini und alltagssprachlichen Begriffen in fachsprachlicher Verwendung aus. Dies ist einerseits eine Hürde für die Lernenden, bietet aber andererseits auch die Möglichkeit, an Alltagswissen anzuknüpfen und es auf das Fachverständnis hin zu erweitern. Da der Leseprozess für sprachschwächere Lernende sehr störungsanfällig ist, ist es notwendig, diesen zu entzerren und relevante Begriffe vorzuentlasten.
Die Unterrichtseinheit ist für zwei Stunden konzipiert. Die Arbeitsphasen finden alle an Gruppentischen statt. Der Schwerpunkt der Stunde liegt auf der Leseförderung. Diese soll mit Hilfe von Materialien und Aufgaben unterstützt werden, die ein individuelles Lerntempo und binnendifferenziertes Lernen ermöglichen. Das Ziel der Leseförderung liegt darin, dass die Schülerinnen und Schüler am Ende in der Lage sind, historische Begriffe der Organisation des Stadtlebens zu benennen und die Hierarchie in der Stadt zu erklären. Weiterhin sollen sie in der Lage sein, einen Bezug zur heutigen Situation herzustellen. In diesem Zusammenhang soll die Urteilskompetenz der Lernenden gefördert werden.
Bereits im Vorfeld der Stunde sollte die Entstehung von Städten sowie das Thema Dorfleben behandelt worden sein, sodass die Lernenden an ihr Vorwissen anknüpfen und Vergleiche ziehen können. Im Anschluss an diese Stunde gibt es vielerlei Möglichkeiten, das Thema weiter zu vertiefen. Zudem können neue Themen wie der Markt, die Hanse oder die Ausgrenzung von Juden im Mittelalter thematisiert werden.
Sachanalyse
Der Themenkomplex, wer in der Stadt lebte, welche Aufgaben die einzelnen gesellschaftlichen Gruppen zu erfüllen hatten und wer in der Stadt herrschte, ist aus historischer Sicht von hoher Relevanz. Die Schülerinnen und Schüler lernen an diesem Beispiel kennen, wie sich die Gesellschaft von einer Feudalgesellschaft hin zu einer genossenschaftlich organisierten Ordnung entwickelt hat. Es ermöglicht ihnen, sich in damalige Verhältnisse hineinzuversetzen und Parallelen, aber auch Unterschiede zu heutigen demokratisch verfassten Gemeinwesen erkennen.
Auf Basis des im Text vermittelten Wissens sind die Lernenden dazu in der Lage, gesellschaftliche Gliederung und Herrschaftsverhältnisse zu analysieren und anschließend Unterschiede zu Gesellschaft und Herrschaft in der Gegenwart herauszuarbeiten.
Der Text „Macht Stadtluft frei und gleich? (Material 3 ) ist durch viele Begriffe...

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