5. – 13. Schuljahr

Angebote und Informationsportale

Seit den Ergebnissen der ersten PISA-Studie ergriffen Kultusministerien und Wissenschaft vielfältige Maßnahmen. Dabei richtete sich der Blick zunächst auf die Förderung der „Bildungssprache. Ein Team der Universität Hamburg führte den Begriff 2006 in die Diskussion ein. Er verweist auf einen Vorschlag von Jürgen Habermas (1977), der damit das sprachliche Register bezeichnete, das mit den Mitteln der Schulbildung ein grundlegendes Orientierungswissen ermöglicht.
FörMig
Eines der ersten Projekte, das seit 2003 Strategien zur Förderung der Bildungssprache entwickelte, war das Länderprojekt zum BLK-Modellprogramm Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (FörMig). Im Jahr 2010 wurde außerdem das FörMig-Kompetenzzentrum der Universität Hamburg eröffnet. Hier entstand eine reichhaltige Praxis „durchgängiger Sprachbildung, festgehalten u.a. in ausführlichen Schulporträts und in Handreichungen für die Praxis. In den Schriftenreihen FörMig-Edition und FörMig-Material sind viele Entwicklungen im Detail vorgestellt. Wer sich über die Ergebnisse informieren will, kann auf eine von Ingrid Gogolin u.a. herausgegebenen Publikation über Qualitätsmerkmale durchgängiger Sprachförderung zurückgreifen (2011). Sie listet sechs solcher Merkmale auf:
1. Lehrkräfte planen und gestalten den Unterricht mit Blick auf das Register Bildungssprache und stellen die Verbindung von Allgemein- und Bildungssprache explizit her.
2. Lehrkräfte diagnostizieren die individuellen sprachlichen Voraussetzungen und Entwicklungsprozesse.
3. Lehrkräfte stellen allgemein- und bildungssprachliche Mittel bereit und modellieren diese.
4. Schülerinnen und Schüler erhalten viele Gelegenheiten, ihre allgemein- und bildungssprachlichen Fähigkeiten zu erwerben, aktiv einzusetzen und zu entwickeln.
5. Lehrkräfte unterstützen die Schülerinnen und Schüler in ihren individuellen Sprachbildungsprozessen.
6. Lehrkräfte und Lernende überprüfen und bewerten die Ergebnisse der sprachlichen Bildung.
KoMBi
Seit 2013 fördert das Ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Forschungsschwerpunkt Sprachliche Bildung und Mehrsprachigkeit und die Koordinierungsstelle Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung (KoMBi) der Universität Hamburg. Ergebnisse der einzelnen Teilprojekte sind jetzt publiziert worden.
Josef Leisen
Josef Leisen, ehemals Leiter des Studienseminars für Gymnasien in Koblenz und Fachdidaktiker Physik, wies früh auf die Förderung der Bildungssprache und davon unterschieden – der Fachsprache in zunehmend heterogener werdenden Lerngruppen hin. Leisen hat viele seiner Vorträge und Publikationen ins Netz gestellt eine unschätzbare Informationsquelle für jeden, der sich in die Thematik einarbeiten möchte.
Bildungsserver der Länder
Forschungsergebnisse und deren Anwendung auf die Schulpraxis finden sich auf den Bildungsservern der Länder. So bietet der Bildungsserver Berlin-Brandenburg eine nützliche Publikation zum sprachsensiblen Fachunterricht, u.a. eine empfehlenswerte Sequenz zur Wortschatzarbeit im Geschichtsunterricht von Ch. Hamann und T. Krehan. Auch der Bildungsserver Baden-Württemberg hat nützliches Material. Auf dem bayerischen Bildungsserver kann man sich ebenfalls über Sprachförderung informieren.
Deutsch als Zweitsprache
Das Projekt ProDaZ Deutsch als Zweitsprache in allen Fächern an der Universität Duisburg-Essen baut auf einer jahrzehntelangen Tradition des „Förderunterrichts für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund auf und will Sprachbildung und Mehrsprachigkeit in allen drei Phasen der Lehrerbildung etablieren. Es sind zahlreiche Texte über die Website abrufbar. Einer durchgängigen Verbesserung der sprachlichen Bildung ist auch die Arbeit des Mercator...

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