5. – 10. Schuljahr

Die Zeitleiste: Entdeckungen und Erfindungen

Andrea Becher und Claudia Schomaker haben mit „Die Zeitleiste: Entdeckungen und Erfindungen den anspruchsvollen Versuch unternommen, die Vergangenheit von der Steinzeit bis zur Gegenwart pointiert abzubilden. Dies ist ihnen eindrucksvoll gelungen: Auf sieben Metern präsentieren sie eine umfangreiche chronologische Abfolge vom Faustkeil bis hin zu Facebook.
Aufbau und Gestaltung
Durch Rekonstruktionszeichnungen können die SchülerInnen die Entwicklung der Menschheit anhand von richtungsweisenden Erfindungen und ausgewählten EntdeckerInnen nachvollziehen. Die Zeichnungen werden durch kurze erklärende Texte ergänzt, welche die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Ereignissen in wenigen Sätzen zusammenfassen.
Die Zeitleiste selbst ist in sieben einzelne Teile gegliedert, sodass auch eine Auseinandersetzung mit nur einem Zeitabschnitt möglich ist. Verbindendes Element aller Bögen ist eine fortlaufende Linie, an der die Jahreszahlen vermerkt sind. Dabei lösen Becher und Schomaker sehr geschickt die Problematik einer maßstabsgetreuen Abbildung der Zeiträume innerhalb der Zeitleiste durch eine variierende Darstellung: „Auf Bogen 2 wird auf der Länge von einem Meter der Zeitraum von 1500 Jahren dargestellt. Der Bogen 5 zeigt auf der derselben Länge einen Zeitraum von 150 Jahren. (Die Zeitleiste, didaktisch-methodische Handreichung, S. 3).
Ein wenig irritierend ist allerdings die fehlende Angabe für das Jahr 0. Dieser entscheidende Wendepunkt unserer Zeitrechnung sollte, mit Blick auf ein leichteres Verständnis bei den Lernenden, nicht einfach übergangen werden.
Einsatzmöglichkeiten
„Die Zeitleiste: Entdeckungen und Erfindungen ist eigentlich für den Sachunterricht konzipiert und ermöglicht einen perspektivvernetzenden Unterricht, wie er von der Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts (GDSU) angelegt ist (vgl. Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts 2013, S. 15). Entdeckungen und Erfindungen in der Biologie, Physik, Chemie oder Geologie lassen sich hier wiederfinden und aus Sicht der jeweiligen Perspektiven bearbeiten.
Neben dem Einsatz in der Grundschule bietet sich aber auch eine Verwendung im Anfangsunterricht für das Fach Geschichte in der Sekundarstufe I an. Die Orientierung in der Zeit sowie Vorstellung und Verständnis der Dimensionen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sollen zwar in der Grundschule angebahnt werden, allerdings ist dieser Lernprozess noch keineswegs mit dem Schulwechsel erfolgreich abgeschlossen (vgl. Beilner 2004). Probleme mit der Orientierung in der historischen Zeit sind bei SchülerInnen auch mit Beginn der weiterführenden Schule vorhanden. Diese können durch die Arbeit mit Zeitleisten aufgefangen und behoben werden, zumal die angesprochenen Themen für die Sekundarstufe I relevant sind. So kann den SchülerInnen der Weg durch die Geschichte für die nächsten Schuljahre transparent gemacht werden. Dabei ist die Verwendung nicht nur auf den reinen Fachunterricht Geschichte beschränkt, sondern bietet sich auch für das Fach Gesellschaftslehre an.
Stärken und Herausforderungen
Eine mitgelieferte CD-ROM enthält, neben einer didaktisch-methodischen Handreichung zur Intention und Einsatzmöglichkeiten, ergänzendes Material für die Unterrichtsgestaltungen. Je nach Lernziel können vorbereitete Arbeitsblätter genutzt werden, um wichtige Lebensereignisse der SchülerInnen und ihrer Familien auf der Zeitleiste festzuhalten oder eigene Zeitleisten zu diesem Anlass zu erstellen. Ebenfalls enthalten sind Karteikarten zu jeder abgebildeten Person mit weiterführenden Aufgaben.
Positiv hervorzuheben ist die große Bandbreite an Themen, die abgedeckt werden und Anlass zu einer vertiefenden Behandlung im Unterricht liefern. Es wird sich nicht ausschließlich auf Europa konzentriert, sondern der Blick beispielsweise in den Nahen Osten (der arabische Gelehrte Alhazen ca. 965 – 1040 n. Chr.) oder nach Asien (der chinesische Admiral...

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