5. – 10. Schuljahr

Simon Puschmann

Die römische „familia

Eine gewöhnliche Familie?

Die familia bildete mit ihren Werten (z.B. pietas, auctoritas) das Fundament des sozialen Zusammenlebens im Kleinen sowie der römischen Gesellschaft im Großen. Aus diesem Grund hat sie ihre Berechtigung in den Lehrplänen der SekundarstufeI. Das Thema Familie berührt die Gegenwart der Lernenden unmittelbar und ermöglicht so jeder Schülerin und jedem Schüler einen Zugang. Thematisiert werden soll die soziale Struktur der römischen Familie mit dem Ziel, ein Verständnis für die damalige Familienstruktur mit ihren Werten zu entwickeln und diese am Ende im Vergleich mit den Familienstrukturen und Werten der heutigen Zeit zu bewerten. Dabei wurde die Perspektive einer Familie aus der römischen Nobilität gewählt, die in sozialer Hinsicht (z.B. Patronatsverhältnis, politischer Einfluss) zwar nicht repräsentativ für die Mehrheit der römischen Gesellschaft ist, aber gerade ermöglicht, nicht nur die grundlegenden Werte und Beziehungen innerhalb der damaligen familiären, sondern auch der gesellschaftlichen Gemeinschaft (Gehorsam, Respekt, Treue, Fürsorgepflicht) exemplarisch deutlich zu machen.
Dabei ist die uneingeschränkte Machtbefugnis (patria potestas) und Dominanz des Familienvaters (pater familias) grundlegend, die ihm sogar erlaubte, über Leben und Tod seiner eigenen Familie zu entscheiden. Die Ehefrau und Mutter (mater familias), deren Aufgaben im Haushalt lagen, war ihm wie auch die Kinder lebenslang untergeordnet. Eine Ausnahme stellt die Heirat der Frau oder Tochter ohne manus dar. In diesem Fall blieb sie in der rechtlichen Obhut (der Hand) des Vaters. Sklaven galten als Eigentum ohne Rechte. Sie übernahmen teilweise aber wichtige und sehr unterschiedliche Aufgaben (Unterricht, Erziehung). Das Verhältnis des Patrons zu den Klienten war einerseits keineswegs gleichrangig, aber andererseits von gegenseitiger Unterstützung (Fürsorgepflicht Dienstleistung) geprägt.
Didaktische Überlegungen
Die folgende Unterrichtsidee stellt einen Versuch dar, diesen Gegenstand für das Gemeinsame Lernen nutzbar zu machen und Lernende mit Förderbedarf zweckmäßig und für alle Lernenden gewinnbringend einzubinden. Der Grundgedanke ist, dass die Lernenden an demselben Gegenstand arbeiten, wenngleich mit angepasstem Material. Entsprechend der Differenzierung, wurden die Niveaus durch Stufen für die Schülerinnen und Schüler visualisiert. Die Arbeitsblätter für die Regelschüler befinden sich im Downloadbereich. Die Arbeitsblätter für die Lernenden mit Förderbedarf weisen verschiedene Veränderungen und unterschiedliche Arbeitsaufträge auf, die beliebig an den jeweiligen Schüler angepasst werden können. Sie ermöglichen und erleichtern zunächst eine eigenständige Bearbeitung.
Die Aufgaben wurden vereinfacht, sodass bspw. kein zusammenhängender Text verfasst werden muss, sondern Sätze mit vorgegebenen Begriffen ergänzt werden. Eine Steigerung des Niveaus wäre, die Begriffe nicht anzugeben. Kognitiv ebenfalls fordernder ist, wahre und falsche Aussagen über den Text anzukreuzen (Arbeitsblatt1/Gruppe 3A ). Eine entscheidende Rolle kommt hierbei der Abwechslung der Sozialformen zu, die einen kooperativen Austausch fördern und zu einer motivierten Beteiligung führen sollen.
Unabhängig von der Aufgabenstellung, führen aber alle zu der Rolle und Beziehung des jeweiligen Familienmitglieds innerhalb der römischen Familie, die für die Erstellung des gesamten Schaubildes am Ende wichtig wird. Um ein besseres Verständnis zu ermöglichen und die Perspektivenübernahme anzuregen, wurden die Texte aus der Sicht des jeweiligen Familienmitglieds verfasst.
Generelle Hilfen zur Binnendifferenzierung stellen hier das vorstrukturierte Schaubild sowie Hilfekarten (Material 2 ) dar. Auch über die einzelnen „Familienmitglieder ist aufgrund der Länge und Komplexität der Texte eine allgemeine Differenzierung möglich.
Das Unterrichtsvorhaben ist auf ein bis zwei Stunden (je nach...

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