5. – 10. Schuljahr

Matthias Häberlin

Geschichtsunterricht ohne Medienbrüche

Digitale und analoge Narration zur Steinzeit in Museumsguides verbinden

Geschichtsunterricht ist mit dem hohen Anteil an Medien, vernetztem Denken, Narration und Quellenanalysen ein bedeutendes Fach zur Förderung von Medienkompetenzen. Die im Folgenden Beitrag vorgestellte Methode zeigt Wege auf, wie unterschiedliche Medienformate verbunden und analoge und digitale Inhalte vereint werden können. Neben dem Fachwissen zur Steinzeit werden dabei überfachliche digitale Kompetenzen gefördert. Geschichtsunterricht wird damit zu einem Schlüsselfach in der digitalen Schulentwicklung.
Die Steinzeit ist eines der ersten Themen, mit dem Kinder im Geschichtsunterricht in Berührung kommen. Mit der selbstständigen Entwicklung von Museumsguides kann die frühe Menschheitsgeschichte im Unterricht für Schülerinnen und Schüler zu einer spannenden Herausforderung werden. Im Folgenden werden Wege aufgezeigt, um Kreativität und digitale Kompetenzen im Geschichtsunterricht langfristig zu fördern.
Die vorgestellte Methode schafft eine solide Grundlage für die interdisziplinäre Förderung dieser Fertigkeiten und lässt sich mit zunehmender Routine der Lernenden als fester Bestandteil und in neuen Variationen in den Unterrichtsalltag integrieren.
Museumsguides fürs Klassenzimmer
Mit interaktiven Lernstationen und Museumsguides wird heute in vielen Museen Geschichte zu neuem Leben erweckt. Fundobjekte wie Faustkeile oder Speerschleudern aus der Steinzeit werden in der musealen Geschichtsvermittlung mit Texten, Bildern, Zeichnungen und Videos anschaulich und verständlich erklärt. Die multimedialen Darstellungen verbinden alle Medienformate fließend und ermöglichen eine spannende Geschichtsvermittlung. Entsprechende praxisnahe Unterrichtsformate sind mit der digitalen Schulentwicklung für den zeitgemäßen Geschichtsunterricht zentral. Der Autor suchte deshalb intensiv nach Lösungen, um analoge und digitale Unterrichtsinhalte zu vereinen. In ersten Versuchen zeigte sich allerdings, dass viele Anwendungen ohne spezielle Software oder Programmierkenntnisse zu viel Zeit und Ressourcen für den Schulalltag erfordern. Andere Anwendungen wiederum, die auf den ersten Blick als für den Unterricht geeignet schienen, erwiesen sich als proprietär, auf einzelne Betriebssysteme begrenzt, nicht lehrplankonform oder in Bezug auf den Datenschutz problematisch. Eine wirkungsvolle und inzwischen vom Autor auf verschiedenen Schulstufen erfolgreich erprobte Lösung zeigte sich schließlich in der Nutzung von alltäglicher Office-Präsentationssoftware (z.B. PP/Keynote). Damit lassen sich im ‚Kioskmodus auf technisch niederschwellige Weise ähnliche Produkte gestalten, wie wir sie aus Museen kennen. Der Praxistransfer aus Museen schafft den direkten Bezug zur Berufs- und Lebenswelt und fördert essenzielle digitale Kompetenzen.
Notwendige Voraussetzungen
Notwendige Voraussetzungen
  • PC, Mac oder Tablet
  • Software PowerPoint oder Keynote
  • Internetverbindung für Recherchen
  • Eine Digitalkamera für 8 Lernende (zwei Gruppen)
  • Möglichkeit zum Transfer der Aufnahmen auf den Computer (SD-Karte, USB-Stick, Kabel)
  • Private Speichersticks der Schülerinnen und Schüler für das spätere individuelle Lernen mit den Lernprodukten
Die vorgestellte Methode basiert auf dem vom Autor entwickelten ganzheitlichen Schulentwicklungskonzept DigiRes (Wortverbindung von Digital und dem lateinischen Begriff Res für Sache). DigiRes schafft praxisnahe, technische und didaktische Voraussetzungen für den Schulalltag, um mit möglichst allen Geräten (BYOD) ohne ‚Medienbrüche individuellen Unterricht zu gestalten. Mit der Verbindung von berufspraktischen Anwendungen der digitalen Transformation, Fach-didaktik und technischen Möglichkeiten an Schulen schafft DigiRes Grundlagen für die wirkungsvolle Förderung digitaler Kompetenzen im Fachunterricht (Häberlin 2019, S. 119 –126).
Digitale Erweiterung des bestehenden Unterrichts
...

Weiterlesen im Heft

Vorteile im Abo

Exklusiver Online-Zugriff auf die digitalen Ausgaben der abonnierten Zeitschrift
Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen