5. – 6. Schuljahr

Beate Tertilt

Zeitleisten im Anfangsunterricht Geschichte

Eine Orientierung für die Dimensionen von Zeit und Geschichte

Der Geschichtsunterricht am Gymnasium bis zur 10. Klasse basiert auf einem chronologischen Durchgang durch die Menschheitsgeschichte. Daher erscheint es unabdingbar, bereits im Anfangsunterricht Geschichte den Schülerinnen und Schülern mittels einer Zeitleiste eine Orientierung für die Dimensionen von Zeit und Geschichte zu vermitteln.
Um einen ersten Grundstein für dieses Verständnis zu entwickeln, ist die Entwicklung und Erarbeitung einer auch inhaltlich gefüllten eigenen Zeitleiste in der Klasse als kooperatives Projekt sehr gut geeignet. Die Schülerinnen und Schüler haben damit am Ende dieser Unterrichtseinheit ein gemeinsames Werk geschaffen, das im Klassenzimmer präsent ist und für den weiteren Geschichtsunterricht ein wichtiger Baustein bleibt.
Die Hinführung zum Thema
Zuvor wurden bereits die verschiedenen Zeitrechnungen (christliche, islamische usw.) durchgenommen, sodass ein erster Grundstein für das Verständnis der Standortbezogenheit der Geschichtsbetrachtung vorhanden ist. Darauf aufbauend werden die Einteilung von Geschichte in Zeitabschnitte, deren Benennung sowie die Vor- und Nachteile dieses Vorgehens besprochen. Schließlich erarbeiten die Schülerinnen und Schüler Aufbau und Funktion einer Zeitleiste. Die Einheit umfasst insgesamt vier bis fünf Doppelstunden und besteht aus drei größeren Phasen.
Varianten von Zeitleisten
Varianten von Zeitleisten
Es gibt unterschiedliche Varianten von Zeitleisten, die jeweils anderen Zwecken dienen. Das Rückgrat jeder Zeitleiste bildet die Zeitskala. Je nach Maßstab kann man einzelne Jahre, Fünf- oder Zehnjahresabstände markieren und größere Abstände grafisch hervorheben. Epochen, Regierungszeiten von Herrschern oder die Existenz von Staaten können mit Linien oder Farbbändern bezeichnet werden. Um die Darstellung zu vertiefen, kann man auch einzelne Personen und Ereignisse erläutern, übergreifende Entwicklungen, Schlüsselbegriffe und Epochencharakteristika genauer beschreiben. Wichtig ist, dass alle Eintragungen auch aus einiger Entfernung zu lesen sind.
Überblickszeitleiste Erd- oder Menschheitsgeschichte:
Diese Zeitleiste soll den Schülerinnen und Schülern zu Beginn des Geschichtsunterrichts eine globale Orientierung über die Erd- oder Menschheitsgeschichte vermitteln. Dafür reicht eine reine Zahlenleiste mit Markierungen in großen Schritten aus. Schülerinnen und Schüler sollen einen Eindruck davon bekommen, wie klein der Zeitanteil ist, den die im engeren Sinne geschichtliche Periode einnimmt. Da die Millionen Jahre der Erdgeschichte in der Regel eine maßstäbliche Darstellung sprengen, stellt man den Anfang gern als Spirale oder Schnecke dar. Um genügend Platz zur Verfügung zu haben, kann man eine solche Zeitleiste auch einmal nur vorübergehend außerhalb des Klassenraums arrangieren. Dazu kann man auf dem Schulhof oder in der Pausenhalle ein Maßband auslegen, wie es im Sportunterricht etwa für den Schlagballweitwurf verwendet wird (bis 50 m). Auf dem Schulhof können auch mit Kreide noch weiter auseinandergezogene Markierungen angebracht werden. Man kann dann berechnen, wo sich bestimmte Zeiten befinden, die den Schülerinnen und Schülern schon bekannt sind. Schülerinnen und Schüler werden gebeten, sich an der entsprechenden Stelle zu platzieren. Es ergibt sich dann der nachhaltige Effekt, dass sie sich dabei gegenseitig auf den Füßen stehen weil die Zeiten, um die es dabei geht, weltgeschichtlich außerordentlich überschaubar sind.
Überblickszeitleiste Kernzeit Geschichtsunterricht:
Ebenfalls schon zu Beginn des Geschichtsunterricht kann man in der Klasse eine Überblickszeitleiste entwickeln, die sich auf das Kernpensum des Geschichtsunterrichts von etwa 3000 v. Chr. (Frühe Hochkulturen) oder noch enger von 500 v. Chr. (griechische Antike) bis in die Gegenwart bezieht. Dort steht dann mehr Platz zur Verfügung,...

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