5. – 6. Schuljahr

Florian Hellberg und Larissa Zürn

Albert Einstein von einer 6 in Physik zum Nobelpreis?

Historisches Denken im Anfangsunterricht fördern

Albert Einstein zählt zu den bekanntesten Wissenschaftlern. Trotz oder gerade weil Einstein nach wie vor so populär ist, ranken sich weiterhin zahlreiche Mythen um ihn. Einer der am weitesten verbreiteten Mythen ist dabei, dass Einstein ein schwacher Schüler war. Doch wie konnte dieser Irrglaube aufkommen?
Sachanalyse
Zunächst war der junge Albert Einstein tatsächlich ein nicht gerade umgänglicher Schüler und in den sprachlichen Fächern auch nicht unbedingt gut. Darüber hinaus verließ er im Jahre 1894 das Gymnasium in München, was jedoch nichts mit seinen Zensuren zu tun hatte, sondern dem Umstand geschuldet war, dass die Familie 1895 in die Schweiz übersiedelte, wo sie bis 1914 lebte. Einsteins anschließende Bildungsbiografie ist nicht frei von Rückschlägen. So fiel er zunächst durch die Aufnahmeprüfung für das Polytechnikum (Technische Hochschule) in Zürich und musste eine Sonderprüfung ablegen, um aufgenommen zu werden.
Vermutlich wurde Albert Einstein aufgrund dieses bildungsbiografischen Werdegangs von seinem ersten Biografen Carl Seelig fälschlicherweise als schlechter Schüler bezeichnet. Die Einstein zugesprochenen schwachen schulischen Leistungen in der Schweiz beruhen allerdings auf einer Verwechslung seines Biografen, wonach die Ziffernnoten 5 und 6 in der Schweiz nicht wie in Deutschland mangelhafte und ungenügende, sondern gute und sehr gute Leistungen ausweisen.
Einsatzmöglichkeiten im Unterricht
Über die Auseinandersetzung mit diesem populären Mythos können Schülerinnen und Schüler im Anfangsunterricht in ihrem historischen Denken angeregt werden, indem sie hieran exemplarisch Einblick in die historische Arbeitsweise erlangen. Altersstufengerecht kann die historische Arbeitsweise mit dem Vorgehen eines „Geschichtsdetektivs verglichen werden. Durch gelenkt-entdeckendes Lernen werden die Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisiert, dass es sich bei geschichtlichen Narrationen um Konstrukte handelt.
Curricular lässt sich das Thema gut in den Anfangsunterricht integrieren. Bei der ersten Begegnung mit dem Fach Geschichte kann so eine Sensibilisierung für historische Arbeitsweisen erreicht werden, noch bevor mit dem chronologischen Durchgang gestartet wird. Domänenspezifisches Vorwissen wird für die Durchführung der Stunde nicht zwingend benötigt.
Didaktische Analyse
Schülerinnen und Schüler des Anfangsunterrichts begegnen dem Fach zumeist mit großer Neugier sowie Motivation und verfügen zugleich über eine Vielzahl von Präkonzepten aus ihrer eigenen Lebenswelt, die für den Geschichtsunterricht fruchtbar gemacht werden können. Gerade anhand dieser Themen und anknüpfend an ihre Lebenswelt, kann die Fragehaltung der Lernenden stimuliert und so die Einsicht in den historischen Verstehensprozess gezielt gefördert werden.
Unterrichtsdramaturgie
Im Einstieg werden die Schülerinnen und Schüler anhand der Präsentation einer bekannten Einstein-Bildikone (Material 1 ) dazu aufgefordert, zu benennen, um wen es sich handelt und warum die abgebildete Person sehr bekannt ist. Dabei kann stichwortartig gesammelt werden, dass hier der bekannte Wissenschaftler Albert Einstein abgebildet ist, welcher sogar den renommierten Nobelpreis für Physik des Jahres 1921 erhielt.
Alternativ kann das einleitende Lied der Serie Schloss Einstein zur Problematisierung genutzt werden. In den ersten 20 Sekunden wird hier thematisiert, dass Einstein trotz seiner Vier in Mathe doch ein genialer Physiker wurde(https://www.youtube.com/watch?v=o8PCa-YF7Mk).
Im nächsten Schritt wird ein Zeugnis Einsteins aus dem Jahre 1896 präsentiert(Arbeitsblatt 2/ Material 1 ). Die Lernenden werden aufgefordert, hieraus weitere Informationen über Albert Einstein herauszuarbeiten. Die Ergebnisse des Einstiegs werden zwischengesichert, sodass die Schülerinnen und Schüler auf dieser Grundlage...

Weiterlesen im Heft

Vorteile im Abo

Exklusiver Online-Zugriff auf die digitalen Ausgaben der abonnierten Zeitschrift
Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen